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Samstag, 22. März 2008

Noch eine Arbeit von Walter C. Klonck aus der KUNSTSCHMUTZ-Intervention: Horizontal / Vertikal. War es ein Museumsangestellter, der die falsche Angabe auf dem Schild handschriftlich korrigiert hat oder war es die hilfreiche Hand eines anonymen Gastes? So oder so: ein beeindruckendes Beispiel für Kunstschmutz; eine Aktion gegen die digitale Sauberkeit.

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A propos Kamera. Heute schnell zum Elektromördermarkt reingewitscht und meinen antiken Hobel dabeigehabt, mal die neuen Kisten angeguckt, die die da rumstehen haben, naja. Da quatscht mich einer von der Seite an und bietet mir mal eben 300 Euro für meinen Hochformatgriff, für den ich im Todesausverkauf des hingeschiedenen Fotokonzerns, der mein Gerät produziert hat, nicht mal die Hälfte bezahlt habe - immer noch zu teuer für so ein Stück Plastik mit zweieinhalb Kontakten und drei Knöpfen dran. Scheint so, als hätte ich jetzt schon einen Klassiker, mit dem man sich gar nicht mehr zum Street Shooting auf die Mariahilfer trauen darf. Der einzige handfeste Vorteil von dem Ding ist, dass man damit auch AA-Batterien verwenden kann.

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Sonys 24-Megapixel-DSLR materialisiert sich allmählich. Nur: Welcher Rechner soll mit diesen Datenmengen noch fertigwerden können? Mein handelsüblicher Dual-Core mit 2 GHz keucht im Lightroom ja schon bei der Verarbeitung stinknormaler RAW-Files aus 6-Megapixel Kameras rum.

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Allein für den Subprime-Spaß müssten Typen wie Joe Ackermann den Rest ihrer Tage als Scheißeschipper bei den Frankfurter Stadtwerken verbringen müssen. Leider verfolgt unser Rechtssystem solcherlei Verbrechen nicht mehr. Stattdessen: mehr Überwachungskameras gegen Hühnerdiebe.

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He said the whole history of Hollywood movies, any movies, was comparable to birdsong. He discovered after years of listening to the birds that there are only five things that birds say, and he discovered that there are only five things that movies do. They say “Good morning!” “I found a worm.” “Love me.” “Get out!” “Good night.”
Sehr schön. via.

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KUNSTSCHMUTZ
Zeit für einen ernsteren Beitrag auf elektrosmog. Im Rahmen meiner kleinen Reihe über die internationale Post-Avantgarde ("Sidestep Movement", "Antisituationisten") möchte ich hier eine Intervention vorstellen, die mir am Herzen liegt, nicht nur deshalb, weil ich die beiden Operateure schon seit langem kenne und schätze.

KUNSTSCHMUTZ ist ein Projekt der Fotografen und Cityscape Artists Walter C. Klonck und Gabrielle van Smouten. In 2.837 digitalen Bildern dokumentieren sie die Volkskunst im Wiener Museumsquartier und die Maschinerie, die das offizielle Kunstsystem gegen Graffiti, naive Zeichnungen und Sticker eingerichtet hat, die von echten Menschen im MQ angebracht worden sind.

Klonck und van Smouten zeigen mit ihrer eindrucksvollen Arbeit, wie Kunst den öffentlichen Raum zerstört. Endlose Reihen von Betonelementen, die wie Panzersperren aufgereiht und mit Sponsorenlogos beklebt sind, wechseln sich ab mit trostlosen Zwischenräumen, in die fünfjährige Vorschüler und 38-jährige Skinheads mit zwischen ihre Zähne geklemmten Eddings Schwänze und Mösen gezeichnet haben. Es dürfte klar sein, auf wessen Seite Klonck und van Smouten sich geschlagen haben.

Der bekennende Pyromane Klonck soll trotzdem bereits mehrfach brennendes Interesse an einer Einzelausstellung im Museum Leopold gezeigt haben. Van Smouten wiederum war in den vergangenen Monaten damit beschäftigt, eine minutiöse filmische Dokumentation der Werbung im Museumsquartier zu produzieren. Ihr Film "Die größte Schiele-Sammlung / Albin Egger-Lienz", der eine Stunde lang ausschließlich die Werbeplakate für diese beiden Ausstellungen darstellt, die abwechselnd vom Rotationsmechanismus eines Displays an der Fassade des Museums Leopold gezeigt werden, wird im Rahmen eines Abendmahls mit Brezn und Tofuziegeln in der kürzlich Pleite gegangenen Galerie Mottmann im 1. Bezirk gezeigt. Van Smouten: "Die Werbung ist das einzige Element der Ehrlichkeit im ganzen MQ."

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Jan Sochor, Fotojournalist.

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Last update: 2009.01.08, 23:46
 
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