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Mittwoch, 16. März 2005
Mi, 16.03.2005, 18:47h | micro_robert | hinweise
Junge Traditionalisten? Altherrenriege? Warum nichts Neues? Kann es etwas Neues geben? Trauen wir uns nur nicht? Verdammt! Meine Generation (ein Scheissbegriff, ich weiss, aber Teil des PROBLEMS) wird wohl die erste sein, die kein wichtiges eigenes Blatt auf die Beine gestellt hat. Und was sind diese dämlichen Blogs schon gegen eine Zeitung oder ein Magazin? Nichts. Nullkommanichts.
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supatyp,
Mittwoch, 16. März 2005, 18:49
sagen Sie das mal bei itw. da werden Sie gekreuzigt für
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knoerer,
Donnerstag, 17. März 2005, 08:10
Sehen Sie: das sehe ich nicht so. Ich sehe in den meisten Zeitungen und Magazinen nur noch das antrainiert Offiziöse. Ohne Blogs hätte ich das nicht sehen gelernt. Alle Ausnahmen bestätigen deshalb die Regel, weil sie mir erst jetzt als seltene Ausnahmen so auffällig werden. In den Blogs sind die Ausnahmen häufiger. Oder, wie Sie selber kürzlich anmerkten, beim Bloggen dekuvriert sich die ins Trollige neigende Mediokrität der Großschreiber (wobei ich bei Herrn Herzinger dazu das Blog auch wieder nicht gebraucht hätte.)
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micro_robert,
Donnerstag, 17. März 2005, 11:21
Alles wahr. Mir fällt nur auf, dass die traditionellen Medien immer mehr zur Meinungshuberei und Trolligkeit neigen, die ich schon im Netz nicht mag. Gute Artikel sind schliesslich teuer, während Meinungen und Idiosynkrasien billig zu haben sind. Die Frage bleibt dann, wo das Material herkommt, über das man sich eine Meinung bilden soll. Ich will Daten und Fakten und gute Reportagen. Meinung hab ich schon. Das Beispiel Herzinger zeigt ausserdem, dass es in Redaktionen eben Schutzmechanismen gibt, die das ursprünglich Trollige im Endprodukt dann doch gnädig herunterdämpfen, was dem öffentlichen Diskurs nicht eben schadet.
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knoerer,
Donnerstag, 17. März 2005, 11:35
Nein, kluge Meinungen und schlüssige Idiosynkrasien sind überhaupt nicht billig zu haben. Da stecken ganze Leben drin und Denkbiografien, darum sind sie mir auch mehr wert als die besten Daten und Fakten. Das kann damit zu tun haben, dass bei mir der Möglichkeitssinn deutlich stärker entwickelt ist als der Wirklichkeitssinn, bzw. damit, dass mir ein Wirklichkeitssinn, dem kein Möglichkeitssinn abzuspüren ist, so leer vorkommt wie ein Begriff ohne Anschauung. Als offiziös würde ich gerade die Austreibung des Möglichkeitssinns bezeichnen, die Ihnen als Schutzmechanismus erscheint.
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micro_robert,
Donnerstag, 17. März 2005, 11:42
Klar, aber auf einen guten Kolumnisten kommen leider 10.000 miese Epigonen. Und die _sind_ billiger als Rechercheure und Reporter. Dem Rest stimme zu, bis auf der Herabwürdigung des kollektiven Prozesses beim Zeitungsmachen. Es kann sein, dass dabei das von Ihnen beschriebene Offiziöse herauskommt. Es kann aber auch sein, dass das gemeinsame Denken einen Text siginfikant verbessert. Die meisten Ideen hat man schliesslich nicht einfach so, sondern man erarbeitet sie sich mit einem oder mehreren Gegenübern. Das kann man nicht mit Comments oder Instant-Messenger-Systemen ersetzen.
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knoerer,
Donnerstag, 17. März 2005, 12:18
Ja, das leuchtet mir ein, das Kollektive. (Ich kenne das eher aus dem akademischen Raum und da funktioniert es selten genug, aber wenn es funktioniert, dann ist es eben genau so, wie Sie schreiben. Aber es ist dann immer zugleich ein aktiver Anregungs- und ein passiver Schutzmechanismus. Und Mechanismus in Anführungszeichen, weil es, denke ich, gerade um die Möglichkeit geht, das Unvorhersehbare verfahrensförmig zu machen, als Gespräch.)
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LaTaiga,
Donnerstag, 17. März 2005, 09:39
wer braucht leitbilder? weg damit. ich sehe das blog als chance, etwas von meiner realität in die kultur einzuspeisen. diese chance hätte ich gar nicht, wenn nur offiziöse publikationen wichtig wären. und für das bisschen freiheit riskiere ich gerne, in der atomisierung von meinungen zwischen troll und proll mitzuschwimmen.
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micro_robert,
Donnerstag, 17. März 2005, 11:14
Dass Print mit Bevormundung und Online mit Befreiung gleichgesetzt wird, nervt mich.
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Irene,
Donnerstag, 17. März 2005, 13:28
Lesetipp dazu: Eine neokonservative Warenkunde
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micro_robert,
Donnerstag, 17. März 2005, 16:26
Ich kauf dann mal drei Neokons, vier Paläokons und zwei Kon-Kons mit Pon-Pons.
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Last update: 2009.07.03, 22:51
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